28.06 2017
Leben und Arbeiten in Brasilien
Wegen seiner Strände und seines allzeit sonnigen Wetters war Brasilien schon immer ein beliebtes Ferienziel. Jetzt macht die blühende Konjunktur seiner Wirtschaft das Land am Zuckerhut auch als Arbeitsstandort immer attraktiver. Die jüngste globale Wirtschaftskrise hatte dank der schnellen und effektiven Massnahmen der brasilianischen Regierung kaum Auswirkungen auf den Binnenmarkt, was sich positiv auf die Lebensqualität und den Arbeitsmarkt auswirkte.

Beachtet werden muss jedoch zur Zeit, dass die meisten aktuellen Programme und Regelungen die Schaffung von Arbeitsplätzen für die einheimische Bevölkerung zum Hauptziel haben und sich daher für ausländische Arbeitssuchende zumeist unvorteilhaft präsentieren. Zwar wurden durch neue Gesetze Vorteile für ausländische Investoren geschaffen, die Firmen- und Filialgründungen erleichtern - auf die Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften wirkte sich dies jedoch bisher nicht positiv aus. Die meisten ausländischen Berufsdiplome werden nicht anerkannt und viele Prüfungen müssen wiederholt werden. Für Zulassungen im medizinischem Bereich etwa kann dies einen langen bürokratischen Weg bedeuten.

Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn liegt in Brasilien bei R$ 510 (Stand 2010). Allerdings verdienen rund 65% aller erwerbstätigen Brasilianer 5 Mindestlöhne oder mehr. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, Sozialabgaben abzuführen, die im Arbeitsbuch (Carteira de Trabalho) eingetragen werden. Alle im Angestelltenverhältnis oder von Selbstständigen erzielten Einnahmen unterliegen der brasilianischen Einkommensteuer, die Angestellten direkt vom Lohn abgezogen wird. Die Sozialabgaben, die Arbeitgeber bis zu 80% des Gehalts kosten können, werden von grossen Firmen oft mit zusätzlichen kollektiven Krankenversicherungen und Rentenfonds erweitert.

Eine brasilianische Arbeitserlaubnis bekommt man nur nach der Bewilligung einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung. Das Arbeitsklima in Brasilien ist in der Regel lockerer als in vielen europäischen Ländern. So ist es normal, Vorgesetzte mit ihren Vornamen anzureden oder private Angelegenheiten im Arbeitsbereich anzuschneiden. Dies heisst aber nicht, dass die Priorität nicht auf der Leistung liegt - im Gegenteil, es wird erwartet, dass jeder selbst weiss, wo die Grenzen dieser Freiheiten liegen. Die gesetzliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden pro Tag, bei einer maximalen wöchentlichen Arbeitszeit von 44 Stunden, Pausen nicht mitgerechnet.

Zur Zeit ist Brasilien für Selbstständige am attraktivsten. Starkes Wachstum in vielen Dienstleistungsbereichen und ein steigendes Qualitätsbewusstsein der brasilianischen Verbraucher versprechen Erfolg und Gewinn für Menschen mit Tatendrang und guten Ideen. Wir stehen Ihnen gern mit Tipps und Tricks zur Seite, damit sie in Ihrem neuem Arbeitsumfeld und privat schnell zum Erfolg kommen. Besonders wenn es um Kaufgeschäfte, ausgefallene Startideen und Rechtsberatung im allgemeinen geht, sollten Sie sich von einem vertrauenswürdigen Partner beraten lassen. Kontaktieren Sie uns.