22.03 2019
Brasilien - ein Überblick
Von der Grösse her lässt sich Brasilien mit Europa vergleichen. Von Ost nach West beträgt seine grösste Ausdehnung 4.300 km und von Süden nach Norden beinahe ebensoviel. Vom Nordkap bis zu den Kanarischen Inseln müsste man reisen, um die Distanz zwischen dem “Oiapoque”, wie die Brasilianer ihren nördlichen Landesteil nennen, und dem “Chuí”, dem Süden des Landes, zu überwinden. Seine Gesamtgrösse, 8.500.000 km², ist nicht nur eine geografische, sondern auch eine wirtschaftliche Herausforderung. 

Politisch ist Brasilien in 26 Staaten unterteilt – der Regierungsbezirk von Brasília kommt noch dazu. Diese Staaten sind zusammengefasst in fünf geografische Regionen von jeweils ganz eigenem Charakter. Ihre gesellschaftlichen, kulturellen und geografischen Kontraste scheinen diese Regionen wie unabhängige Länder von einander zu trennen – zusammen bilden sie die bunte Gesellschaft dieses kontrastreichen Landes.

Brasiliens Wirtschaft ist die stärkste Südamerikas. Was das Bruttoinlandsprodukt angeht liegt das Land mittlerweile sogar vor Kanada. Etwa 40 % des BIP werden von der Industrie erwirtschaftet, knapp die Hälfte vom Dienstleistungssektor. Die Landwirtschaft trägt zur Zeit etwa 10% bei. Die wichtigsten Exportartikel sind Maschinen (darunter Autos und Flugzeuge), Stahl, Aluminium und Zinn, sowie Kaffee, Soja, Zucker und Fleisch. Brasilien wird im allgemeinen ein großes ökonomisches Potential zugeschrieben.

Fast die Hälfte der enormen Fläche des Landes wird vom brasilianischen Teil des Amazonasbeckens eingenommen – dem grössten Sauerstoffreservoir unseres Planeten. Die täglichen Regenfälle dort unter dem Äquator sind dramatisch : An einem einzigen Tag fällt in Amazonien soviel Wasser vom Himmel wie in Europa in einem ganzen Jahr  Der Amazonas, ist mit seinen rund 6.400 Kilometern der längste Fluss der Erde – er wird zusätzlich von rund 1.100 Nebenflüssen gespeist – sein Delta erstreckt sich über eine Breite von 240 Kilometer und befördert 160.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Atlantik – mehr als Nil und Mississippi, die nächst grössten, zusammen

Die Küste ist der beliebteste Teil des Landes, auch bei den Einwanderern. Da ist der sonnenverwöhnte Nordosten, mit seinen weissen Dünenlandschaften im nördlichen Teil und den  lieblichen Stränden von Alagoas und Bahia, mit weitgestreckten Palmenhainen. Die fast unbekannten Strände von Espirito Santo, die touristisch gut entwickelte Küste zwischen Rio de Janeiro und Santos, die Surf-Paradiese von Santa Catarina – die gesamte brasilianische Küste hat ihren Besuchern unglaublich viel Schönes zu bieten.

Zu Brasiliens Attraktionen gehört der Karneval – der von Rio de Janeiro ist inzwischen weltberühmt – oder die köstlichen brasilianischen Küchenspezialitäten und Drinks : wie zum Beispiel die “Feijoada” (schwarze Bohnen, verschiedene Sorten Fleisch, weisser Reis, gedünsteter Grünkohl und Orangescheiben) – oder der “Churrasco” (-zig Sorten Fleisch am Spiess und ein riesiges Salat-Buffet) – und dazu die “Caipirinhas” (Zuckerrohr-Schnaps mit Limonensaft und viel Eis). Heute leben rund 185 Millionen Menschen in Brasilien, 70% sind jünger als 30 Jahre. Junge Leute, die ihre Gäste in einer freundlichen und offenen Art willkommen heissen und ihnen mit spürbarem Stolz die Schönheiten ihres Landes zeigen.

Obwohl die Mehrheit der Brasilianer von Europäern abstammt, ist die brasilianische Kultur doch eine Mischung aus europäischen, afrikanischen und indianischen Elementen. Der afrikanische Einfluss ist unüberhörbar in der Musik, und man kann ihn aus den typischen Speisen herausschmecken – auch die meisten religiösen Feste spiegeln ihn wieder.